Hardmods

Wenn Leute das Wort "Mod" hören, dann denken sie meistens an die Carnaby Street, an Roller fahren und vielleicht noch an die Who und die Jam. Im folgenden Artikel soll es um die Hardmods gehen, jenen Kult also, aus dem später die Skinheads entstanden. Die Hardmods entwickelten sich um das Jahr 1967. In dieser Zeit entwickelte sich die Modbewegung vor allen Dingen in zwei Richtungen: die smooth mods, mit ihrem swinging sixties style, aus denen später ein Teil der Hippie-Bewegung werden sollte, und die Hard Mods aus denen eben die Skins entstehen sollten.

Die Hard Mods kreierten einen ganz eigenen Teil des Modernismus. Sie trugen ihre Haare wesentlich kürzer, als es damals Mode war. Die Haare waren schon damals teilweise kürzer als der sogenannte "crew cut".
Auch die Kleidung veränderte sich. Die Anzüge blieben den Abenden vorbehalten, am Tag trug man Jeans, Fred Perrys und Oberhemden, meist mit Button Down Kragen. Ben Sherman, Brutus und Jaytex waren auch hier wie später bei den ersten Skins voll angesagt.
Sehr beliebt war auch die Harrington -Jacke. Entgegen komischer Gerüchte war auch damals der Parka in erster Linie den Rollerfahrern vorbehalten.
Auch die Hard-Mods ignorierten kommerzielle Musik. Bei ihnen spielte Ska (oder Bluebeat) Jamaikanische Musik wie Bluebeat, Ska, Rocksteady und selbst der frühe Reggae spielte eine immer wichtigere Rolle. Stücke wie "007 (Shannty Town)" von Desmond Dekker, "Last train to Skaville" von den Ethiopians, "Guns of Navarone" von den Skatalites, und natürlich das grandiose "Al Capone" von Prince Buster waren so populär, dass sie in die britischen Charts kamen. Wer sich damals in England auch nur ein kleines bißchen mit populärer Musik beschäftigte, der kannte zumindest eine Ska-Platte: "My boy Lollipop" von Millie Small. Aber nicht nur musikalisch orientierten sich die Hardmods nach Jamaika. Dort waren die Rude boys ebenso wie die Mods vom amerikanischen Ivy League Stil beeinflußt worden und hatten ihn dann leicht verändert. Dieser wurde dann durch die jamaikanischen Einwanderer nach Großbritannien transferiert. So wurden die Längen der Hosen kürzer, die Anzüge wurden aus two tone Tonic-Material gefertigt, als Schuhe trug man Loafers und im Winter einen Crombie Coat.
Auch der Fussball spielte für die Hardmods eine große Rolle. So wurde z.B. "Liquidator" von Harry J. and The Allstars zur Hymne der Supporter von Chelsea. Der Modernismus hatte sich ganz eindeutig zu einer Gangkultur entwickelt. John Waters, Original-Hardmod aus London erinnert sich, dass die Gangs damals zudem noch eine unglaubliche Größe hatten: "Die Banden hatten damals eine Größe von 50 bis 200 (!) Mitgliedern, jede Bande hatte ihr eigenes Territorium, die eigenen Kneipen, Diskotheken usw.. Die Grenzen wurden scharf bewacht, und es gab regelmäßig Schlägereien."

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Barcelona Street Art 2011 - ?

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