Red Wedge

 "Red Wedge is the name of a whole host of musicians, actors, celebrities and assorted people, whose purpose is to bring left-wing ideas to other people. Set up by the Labour Party, it is a direct result of the wonderful Billy Bragg’s Jobs and Industry tour of early this year. Red wedge makes no bones of its intensions – we want the Tories OUT and a Socialist Government IN. Red Wedge is aimed at young people and hopefully carrying young peolpe’s aims… One of the Council’s Wembley shows in December will be for Red Wedge and this is only the beginning. Action speaks louder, now get involved!”

So lautete die Pressemitteilung gegen Ende des Sommers 1985, die von Red
Wedge herausgegeben wurde und damit die Ziele dieser Organisation der
Öffentlichkeit mitteilte.
Diese Organisation war unlösbar mit zwei Namen der damaligen britischen
Musikszene verknüpft: Billy Bragg und Paul Weller.
Billy Bragg hatte sich damals schon zur bedeutendsten politischen
Persönlichkeit innerhalb der Populärmusik entwickelt. Zwei seiner Alben
erreichten die Top 30 und darauf folgten zwei Hitsingles „Between the wars
EP“ und „Days like these“.
Paul Weller zählte damals zu den wichtigsten britischen Künstlern, die Style
Council Ära hatte noch nicht lange genug gedauert um sich den Ruhm, den er
mit The Jam eingespielt hatte zu verderben.
Beide, Weller wie Bragg, kamen aus der Arbeiterklasse und teilten politische
Ansichten auch bezüglich der Labour Party. So bezeichnete Bragg selbige als
„staid political party with often midle-of-the-road-ideas”, während Weller
1982 schrieb: “the idea behind it, but I don’t think they consciously abuse
it, they just ain’t a fucking clue, really.”
Von Anfang an war das Projekt von heftiger Kritik begleitet, nicht nur von
Leuten, die der Linken nicht nahe stehen, sondern, in erster Linie von der
Linken selbst.
Allen voran ein NME Journalist namens X Moore, auch bekannt als Chris Dean,
bezeichnete das Projekt als „ a tidy way to sell out socialist principles in
favour of electoral success for Kinnock“. Kinnock war damals der wichtigste
Politiker der Labour Party.
Chris Deans eigene Band, die Redskins, hatten Style Councils Steve White auf
ihrer Single „Bring it down!“ an den Tasten mitwirken lassen, und der
Jam-Trompeter Steve Nichol hatte auf Lean on me/ Unionize! gespielt. Die
Redskins behaupteten fern von Selbstzweifeln und Realiät von sich selbst:
„We sing like the Supremes and walk like the Clash”.
Aber auch der Rest der damaligen so genannten “Agit-pop” Szene, wie Attilla
the Stockbroker, das Fanzine Wake Up oder auch Red Action verweigerten ihre
Unterstützung. Dabei gehörte Billy Bragg eigentlich zu dieser Szene.
Die Kritiker sollten aus ihrer Sicht auch Recht behalten. Im Juni ’87
tauchten Einladungen auf, die folgendes verlaute ließen: „ Red Wedge and
Neil Kinnock invite you to attend the Red Wedge Election ’87 press
conference at Ronnie Scott’s Club“. Auf der Rückseite stand „Move on up! Go
for labour!. Dies war der Startschuss für die erste popkulturelle
Werbekampagne im Vereinigten Königreich. Eine Tour folgte, die sehr gut
besucht wurde, und als Gäste waren die Housemartins, Mitglieder von The
Beat, die mit Billy Bragg eine Version von „Stand down Margaret“ spielten.
All das nützte nichts: Die Wahl am 12. Juni 1987 sollte Labour wieder
verlieren.
Allerdings lässt es sich nicht bestreiten, dass Red Wedge auch einen Erfolg
für sich buchen konnten. In der Gruppe der 18-24 jährigen, von denen bei der
vorhergehenden Wahl fast die Hälfte nicht wählen gegangen war, hatte Labour
bei dieser Wahl den stärksten Rückhalt in der Wählerschaft.
Nach der verlorenen Wahl sollten die beiden Protagonisten von Red Wedge
unterschiedlich reagieren: Während Billy Bragg bis zum heutigen Tag im
weitestgehenden Sinne ein politischer Künstler geblieben ist, wurde das
Engagement von Paul Weller immer weniger. Auch die politischen Texte ließen
nach, sodass es viele erwunderte, dass auf„Heliocentric“ (2002) mit „A
bullet for everyone“ wieder ein politisches Lied erschien.
capone

About redstar73

Barcelona Street Art 2011 - ?

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: